Brooklyn: nicht das Beste verpassen!

Brooklyn: nicht das Beste verpassen!

Bei meinem ersten New York Aufenthalt bin ich mehr oder weniger zufällig in Brooklyn gelandet. Damals hatte ich mich bei meinen Reisevorbereitungen auf Manhattan beschränkt und bin nur durch das Inklusiv-Angebot eines Hop-on-Hop-off-Busses nach Brooklyn gekommen. Der Reiseführer war dabei so begeistert von seinem Bezirk, dass sich diese auch auf mich übertragen hat und mir klar wurde: ich werde wiederkommen - mit etwas mehr Zeit als 90 Minuten für diese Perle in der Stadt. 

Fokus auf den "Boroughs"

Bei meinem zweiten längeren Aufenthalt in New York (dieses Mal acht Tage) habe ich den Fokus dann insgesamt mehr auf die verschiedenen Bezirke, die sogenannten Boroughs, gelegt und dabei einen kompletten Tag für Brooklyn reserviert. Und das hat sich mehr als gelohnt. 

Wissen aus dem Netz nutzen

Leider liefern die einschlägigen Reiseführer nur wenig bis gar keine Infos zu Brooklyn. Selbst mein wirklich dicker Reiseführer des vis-a-vis-Verlags hat Brooklyn nur ein paar kurze Absätze gewidmet. Ich habe mir deshalb meine Informationen aus dem Internet zusammengesucht. Zudem habe ich die Route, die ich nehmen wollte, vor meiner Abreise bei Google Maps zusammengestellt. Das hat sich im Nachhinein als sehr hilfreich herausgestellt. Falls ihr Fragen habt, oder gern meine Google-Maps-Route haben möchtet, schreibt mir einfach eine kurze Nachricht. 

Früh Aufstehen für die Brooklyn Bridge

Das bekannteste Wahrzeichen von Brooklyn ist natürlich die Brooklyn Bridge. Hier habe ich meine Entdeckungstour gestartet. Mit der U-Bahn bin ich bis zur Station High Street gefahren und war von dort schnell auf der Brücke. Weil ich noch nie über die Brücke gelaufen bin, habe ich das bei dieser Gelegenheit nachgeholt.

Überquerung in beide Richtungen

Es wäre natürlich einfacher gewesen, schon in Manhattan zu starten und die Brücke nur in Richtung Brooklyn zu überqueren. Aber neben der Brücke selbst ist der Blick auf Manhattan ein absoluter Traum. Deshalb bin ich am frühen Samstagmorgen (gegen acht Uhr) zunächst auf der Brücke nach Manhattan gelaufen und dann in die andere Richtung wieder zurück. So früh war noch sehr wenig los. Das frühe Aufstehen hatte sich für mich auf jeden Fall gelohnt.

Die Brücke füllt sich schnell

Gegen 9:00/9:30 Uhr hat sich das recht schnell geändert. Gruppen von Joggern, Radfahrern und Touristen haben mit einem Schlag die Brücke bevölkert und es wurde zunehmend schwerer für Fotos, Selfies oder einfach nur so, um den Ausblick zu genießen, stehen zu bleiben. Eine Horde Jogger hat sogar mitten auf der Brücke angefangen Liegestütze zu machen.

Früh aufstehen

Ich war froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt das Wichtigste schon gesehen habe. Es hat sich also für mich auf jeden Fall gelohnt, früh aufzustehen. Und dank der Zeitverschiebung finde ich das in New York so einfach wie fast nirgendwo sonst auf der Welt.

So leer sieht man die Brooklyn Bridge nur am frühen Morgen.
So leer sieht man die Brooklyn Bridge nur am frühen Morgen.

Brooklyn Heights - Früchte weisen den Weg

Von der Brooklyn Bridge ging es für mich weiter über eine Art "Fußgängerautobahn" (dazu immer auf der Spur der Brücke bleiben, nicht die Stufen nach unten gehen) in den Cadman Park und von dort aus in die zauberhafte Neighbourhood Brooklyn Heights. Hier stehen wunderschöne Häuser, die Ruhe ist sichtlich greifbar und man gelangt über eine der sogenannten Fruit Streets schnell zum Brooklyn Bridge Park mit einer tollen Aussicht auf Brücke und Manhattan. Leider gab es als ich da war eine Baustelle auf der Promenade, sodass ich nicht direkt bis zur Brooklyn Ice Cream Factory durchlaufen konnte. Über einen kleinen Umweg bin ich dort aber mühelos hingekommen. Hinter der Ice Cream Factory habe ich einen wunderschönen Pier gefunden, mit Sitzgelegenheiten und einem ebenfalls tollen Blick auf die Brooklyn Bridge und Manhattan. 

Dumbo - the place to be

Ein kurzer Spaziergang unter der Brooklyn-Bridge hindurch brachte mich vom Brooklyn Bridge Park zur Neigbourhood Dumbo (Down under the Manhattan Bridge) was übersetzt so viel heißt, wie unter der Manhattan-Brücke. Fand ich die Brooklyn Heights schon zauberhaft, wollte ich von hier gar nicht mehr weggehen. In Dumbo gibt es tolle kleine Parks, wunderschöne Fotomotive, viele Sitzgelegenheiten mit Blick auf den East River und eine tolle Atmosphäre. Am Samstagvormittag waren hier viele Familien mit Kindern unterwegs. Manche machten ein Picknick. Die Stimmung war leicht alternativ und gelöst. Bekanntes Wahrzeichen dieser Gegend ist Jane's Caroussel - ein Karussell direkt am Fluss. Hier habe ich mehr als eine Stunde damit verbracht, mich immer wieder auf eine der Bänke zu setzen und die Stimmung, die Aussicht und das Ambiente in mich aufzusaugen.

Coney Island - zurück in die Vergangenheit

Von den Dumbo aus habe ich eine direkte U-Bahn nach Coney Island genommen. Die Fahrt mit der Linie F dauert gute 30 Minuten. Sobald man den Bahnhof verlassen hat, ist der berühmte Fast-Food-Laden Nathan's Famous mit seinen Hot Dogs. Am Strand gibt es übrigens auch einen Ableger, bei dem man die Wurst mit Blick auf das Meer genießen kann. Der Weg dorthin und zum weltbekannten Vergnügungspark ist recht kurz und nicht zu verfehlen.

Wenig los

Obwohl ich Coney Island an einem Samstag besucht habe und das Wetter strahlend war, war relativ wenig los. Einige der Fahrgeschäfte haben wohl nur im Sommer geöffnet. Für einen ersten Eindruck hat es mir aber gereicht. 

 

Aquarium

Das Aquarium wurde, als ich zu Besuch war, gerade umgebaut. Dieses ist sicherlich ebenfalls einen Besuch wert. Vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist oder so tierbegeistert ist wie ich. 

Fazit Coney Island

 

Ich habe die frische Meeresluft und den breiten Steg mit Sitzgelegenheiten, der in das Meer führt, sehr genossen. Ich hätte mir aber insgesamt für diesen Ort etwas mehr Trubel gewünscht, den es im Sommer sicherlich gibt. Der Charme von Coney Island ist auch im Frühling sehr nett. Die altertümlichen Fahrgeschäfte versetzen einen zurück in eine frühere Zeit. Schneller, höher, weiter scheint hier nicht gelten. Ein Relikt aus alter Zeit ist unter anderem das Riesenrad Wonder Wheel, das auch ein schönes Fotomotiv ist. Zudem sollte man hier eine der berühmten Hot Dogs von Nathan's essen. Eine Anzeigentafel am Nathan's Stammsitz zeigt übrigens immer an, wann das nächste Hot-Dog-Wettessen stattfindet. Insgesamt ist Coney Island sehr kompakt und in einer Stunde inkl. kurzer Pausen zu erkundbar.

Die schöne Schwester des Central Parks

Von Coney Island aus bin ich mit der Linie Q in knapp 30 Minuten zum Prospekt Park gefahren und habe dort all die Menschen getroffen, die mir auf Coney Island gefehlt haben. Am frühen Samstagnachmittag war hier die Hölle los. Familien, Paare, Rentner, vereinzelte Touristen. Sie alle haben das gute Wetter genutzt um den häufig als die schöne(-re) Schwester des Central Parks bezeichneten Prospect Park zu besuchen. Wie sein Pendant in Manhattan ist auch im Prospect Park ein Zoo untergebracht. Daneben gibt es ein Karussell und verschiedene Areale für Kinder. 

Facts

Insgesamt sieben Stadtteile von Brooklyn gruppieren sich um den Prospect Park. Mit 2,4 Quadratkilometern ist der Park etwas kleiner als der Central Park, bietet aber für jeden Geschmack etwas: Einen riesigen See (der einzige in ganz Brooklyn), eine gigantische Wiese, einen Zoo, einen botanischen Garten und jede Menge waldähnliche Wege. Ruhe, Sport, Picknick, Kinderaktivitäten - hier ist einiges möglich.

Fazit

Der Prospect Park ist der natürlichere der beiden Parks. Hier vergisst man tatsächlich, dass man in einer Metropole ist. Der Central Park wirkt dafür etwas luxuriöser und mondäner. Je nachdem, was man sucht, haben beide Parks ihre großen Stärken. Schön sind sie beide. Ein Manko beider Parks für mich ist die Orientierung. Beide sind eher spärlich beschildert. Und selbst mit ausgedruckten Wegkarten habe ich mir etwas schwer getan. 

Park Slope und TKTS

Ich bin den Weg von der Subway-Station Prospect Park bis zum Grand Army Plaza mit Torbogen und Brooklyn Public Library durch den Park gelaufen. Anschließend habe ich den Weg "Propect Park West" bis zur 9. Straße genommen. Die Straße liegt in der Nachbarschaft Park Slope und ist von wunderschönen Häusern gesäumt. In der 9.th Street bin ich dann zur U-Bahn gelaufen. Da für den darauffolgenden Tagen schlechtes Wetter mit viel Regen angekündigt war, habe ich noch einen Abstecher zum TKTS-Schalter (verbilligte Musical-Tickets) in Brooklyn gemacht. Im Vergleich zum Schalter am Times Square, wo man zumeist mehr als eine Stunde für Tickets anstehen muss, war hier gar nichts los. Ich kam sofort dran und konnte sehr gute Tickets für die Nachmittagsvorstellung von Kinky Boots ergattern. Die U-Bahn Station heißt Jay St.- Metro Tech. Der Schalter liegt direkt an der U-Bahn-Station etwas versteckt in einem Hauseingang. 

Brooklyn ich komme wieder

Ich hätte auch die gesamten acht Tage New-York-Urlaub in Brooklyn ohne Langeweile verbringen können. Aber ein Tag reicht meiner Meinung nach durchaus aus, um ein Gefühl für das Leben, die Atmosphäre und die Leute in diesem Bezirk zu bekommen. Wenn ich nicht schon so müde gewesen wäre (insgesamt bin ich an diesem Tag rund 20 Kilometer gelaufen und die Sonne war teilweise doch recht stark), hätte ich auch noch dem Greenwood Cemetery, einem gigantischen Friedhof mit eigener App (!) einen Besuch abgestattet. Das mache ich beim nächsten Mal. Habt ihr sonst noch Brooklyn-Tipps für mich? Dann und natürlich auch bei Fragen und Anregungen freue ich mich über einen kurzen Kommentar. 

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